Fritz Bauer Ausstellung eröffnet - Hamburger Justiz zeigt Ausstellung zur Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944

Fritz Bauer Ausstellung eröffnet - Hamburger Justiz zeigt Ausstellung zur Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944

Die Hamburger Justiz zeigt in der heute eröffneten Ausstellung „Der Prozess um den 20. Juli – Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer und die Befreiung vom Stigma des Landesverrates“ den Umgang der bundesdeutschen Justiz mit dem Widerstand im Dritten Reich. Anlass ist ein Prozess, in dem das Landgericht Braunschweig vor gut 60 Jahren erstmals den Widerstand vom 20. Juli 1944 als rechtmäßig anerkannte und ihn damit vom Stigma des Verrats befreite.

Justizsenatorin Jana Schiedek: „Auch die Hamburger Justiz wurde im Dritten Reich zu einem willfährigen Instrument umgeformt. Sondergerichte wurden installiert, jüdische Richter und Beamte entlassen und die richterliche Unabhängigkeit des facto abgeschafft. Damit stellte sich die Hamburger Justiz in den Dienst des Unrechts. Das Gebot, die Erinnerung an das Grauen von damals lebendig zu halten, gilt deshalb in besonderem Maße auch für die Justiz in Hamburg.“

Generalstaatsanwalt Lutz von Selle: „Die Ausstellung beschreibt in eindrucksvoller Weise die herausragende und insbesondere im Ausland viel beachtete Rolle des Generalstaatsanwaltes Dr. Fritz Bauer in dem Prozess gegen den SRP-Abgeordneten Remer, den Bauer wegen Verunglimpfung von Widerstandskämpfern als „Landesverräter“ angeklagt hatte. Am Ende des Prozesses stand: Der NS-Staat war ein Unrechtsstaat, der Widerstand damit kein „Landesverrat“. Remer wurde verurteilt.“

Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg Erika Andreß: „Das Braunschweiger Strafverfahren zeigt, dass die wahrlich nicht unbelastete deutsche Justiz bei der Aufarbeitung der Schreckensherrschaft des Dritten Reiches eine wichtige menschliche und demokratische Rolle gespielt hat. Die erstmals von einem deutschen Gericht getroffene Feststellung, dass das Dritte Reich nichts anderes als ein Unrechtsstaat war, hat maßgeblich zur Anerkennung der Widerstandskämpfer beigetragen. Die Männer des 20. Juli 1944 und ihre tapferen Frauen waren Helden und Vorbilder!“

Die Ausstellung kann vom 5. bis zum 26. April 2013, montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 18.00 im Plenarsaal des Hanseatischen Oberlandesgerichtes, Sievekingplatz 2, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Öffentliche Führungen finden statt am

Freitag,         den 12. April 2013, ab 10.30 Uhr,

Donnerstag, den 18. April 2013, ab 15.00 Uhr,

Dienstag,      den 23. April 2013, ab 15.00 Uhr.

Sie werden von der Hamburger Historikerin und Philosophin Dr. Bettina Stangneth und von Generalstaatsanwalt Lutz v. Selle durch die Ausstellung geführt. Anmeldungen werden unter ausstellung.hamburg@gmail.com erbeten. Schulklassen können sich unter Inga.Makridis-Junck@sta.justiz.hamburg.de oder telefonisch unter 428 43 1710 anmelden.

In der Ausstellung vermitteln eine Medienstation und mehrere Informationssäulen einen plastischen Eindruck von dem Prozess und der Rolle Fritz Bauers. Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Hamburg erinnert sich 2013“. Hamburg erinnert sich im Jahr 2013 vieler einschneidender historischer Ereignisse. In diesem Jahr jähren sich die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zum 80., die Reichspogromnacht zum 75. und die verheerenden Luftangriffe alliierter Verbände auf Hamburg zum 70. Mal.

Rückfragen der Medien:

Oberstaatsanwältin Nana Frombach
Pressestelle der Staatsanwaltschaften
Tel.: 040/428 43 21 08
Fax: 040/428 43 18 63
E-Mail: Nana.Frombach@sta.justiz.hamburg.de

Dr. Sven Billhardt
Behörde für Justiz und Gleichstellung, Pressestelle
Tel. 040 42843 3143, Mobil: 0172 4327953, Fax: 040 427943 258
E-Mail: pressestelle@justiz.hamburg.de