Strafprozess gegen zehn somalische Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg - Angeklagter äußert sich umfangreich zu eigenem Tatbeitrag und Rolle der Mitangeklagten beim Überfall auf die MS Taipan - Gericht führt geteiltes Verfahren wieder zusammen

Strafprozess gegen zehn somalische Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg - Angeklagter äußert sich umfangreich zu eigenem Tatbeitrag und Rolle der Mitangeklagten beim Überfall auf die MS Taipan - Gericht führt geteiltes Verfahren wieder zusammen

Im Strafprozess gegen zehn Somalier wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs hat sich am heutigen 78. Verhandlungstag erstmals ein Angeklagter umfassend zu Planung und Ablauf des Überfalls auf die MS Taipan geäußert. Dabei hat der Angeklagte neben seinem eigenen Tatbeitrag auch die Rollen der Mitangeklagten dargestellt.

Seine Aussage hatte der Angeklagte dem Gericht nach dem letzten Verhandlungstag schriftlich angekündigt. Anlässlich dieser überraschenden Entwicklung hat die Große Strafkammer 3 des Landgerichts Hamburg am 28. Februar das erst kürzlich durch Abtrennung geteilte Verfahren gegen alle Angeklagten wieder zusammengeführt. Das war notwendig, um die Aussage des fraglichen Angeklagten auch hinsichtlich derjenigen Angeklagten berücksichtigen zu können, gegen die das Verfahren abgetrennt worden war. Wären beide Verfahren nicht wieder zusammengeführt worden, hätte der Angeklagte doppelt angehört werden müssen, nämlich einmal als Angeklagter im Ursprungsverfahren und einmal als Zeuge im abgetrennten Verfahren. Dies hätte einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand bedeutet und zu erheblichen verfahrensrechtlichen Problemen führen können.

Die Abtrennung des Verfahrens war am 22. Februar für eine Gruppe von fünf Angeklagten vom Gericht beschlossen worden. Hinsichtlich dieser Angeklagten ging das Gericht von Entscheidungsreife des Prozesses aus. Das Verfahren sollte jetzt mit den Plädoyers und der anschließenden Urteilsverkündung abgeschlossen werden. Hinsichtlich der übrigen Angeklagten war angesichts noch laufender Beweisermittlungen fraglich, ob Entscheidungsreife bestand. Hier hätte die Beweisaufnahme unter Umständen noch fortgesetzt werden müssen. Wegen der Einzelheiten wird auf die hiesige Mitteilung vom 22. Februar Bezug genommen.