Landgericht Hamburg entscheidet über Eröffnung des Hauptverfahrens gegen zehn somalische Angeklagte - Verhandlungsbeginn am 22. November 2010

Landgericht Hamburg entscheidet über Eröffnung des Hauptverfahrens gegen zehn somalische Angeklagte - Verhandlungsbeginn am 22. November 2010

Im Verfahren gegen zehn somalische Angeklagte hat die Große Strafkammer 3 des Landgerichts Hamburg am 27. Oktober 2010 das Hauptverfahren eröffnet und die Anklage wegen eines gemeinschaftlich verübten Angriffs auf den Seeverkehr in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub zur Hauptverhandlung zugelassen. Die Hauptverhandlung soll am 22. November 2010 um 9.00 Uhr im Saal 337 des Strafjustizgebäudes, Sievekingplatz 3, 20355 Hamburg, beginnen. Die Große Strafkammer 3 wird als Jugendkammer verhandeln, weil nach den bisherigen Ermittlungen bei drei Angeklagten nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie zur Tatzeit Jugendliche bzw. Heranwachsende waren. Die Jugendkammer wird mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzt sein. Das Gericht hat auch beschlossen, dass die Haftbefehle gegen die Angeklagten aufrechterhalten bleiben und weiter zu vollziehen sind.

Nähere Angaben zu den Fortsetzungsterminen und insbesondere auch zur Verteilung der im Verhandlungssaal nur begrenzt zur Verfügung stehenden Sitzplätze für Medienvertreter und Zuschauer werden demnächst mitgeteilt.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, am 5. April 2010 das unter deutscher Flagge fahrende Containterschiff „MV Taipan“ gekapert zu haben. Die MV „Taipan“ befand sich ca. 530 Seemeilen östlich des Horns von Afrika auf dem Weg von Djibouti nach Mombasa. Die Angeklagten sollen sich durch Gewaltanwendung die Herrschaft über die MV „Taipan“ verschafft und dabei das Schiff mit Schusswaffen beschädigt haben. Dabei sollen sie in der Absicht gehandelt haben, die Schiffsbesatzung gefangen zu halten und ein Lösegeld für ihre Freilassung zu erpressen.

Das Gericht beschließt die Eröffnung des Hauptverfahrens, wenn nach den Ergebnissen des vorbereitenden Verfahrens der Angeschuldigte einer Straftat hinreichend verdächtig erscheint. Vor der Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens hatten die anwaltlich vertretenen Angeschuldigten Gelegenheit, zur Anklageschrift Stellung zu nehmen.