15 Jahre Zeugenbetreuung in Hamburg, 6. bundesweite Fachtagung zur Zeugenbetreuung

15 Jahre Zeugenbetreuung in Hamburg, 6. bundesweite Fachtagung zur Zeugenbetreuung

15 Jahre Zeugenbetreuung in Hamburg gaben den Anlass dafür, die diesjährige bundesweite Fachtagung zur Zeugenbetreuung in Hamburg auszurichten. Die von der Hamburger Zeugenbetreuungsstelle organisierte zweitägige Veranstaltung unter dem Leitsatz „Für Professionalität und Opferkultur“ wird am 24. September 2009 um 13.30 Uhr im Saal 300 des Strafjustizgebäudes von Landgerichtspräsidentin Sibylle Umlauf eröffnet. Es folgen Grußworte des Justizsenators Dr. Till Steffen, der Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Erika Andreß sowie des Präsidenten des Amtsgerichts Hamburg Hans-Dietrich Rzadtki. Die Festrede zum 15-jährigen Bestehen der Zeugenbetreuung in Hamburg hält der Präsident des Landgerichts a.D. Volker Öhlrich.

Die Gerichte sind im Rahmen der Beweiserhebung regelmäßig in besonderer Weise auf Zeugenaussagen angewiesen. Jeder Bürger ist daher verpflichtet, zur Zeugenvernehmung zu erscheinen und wahrheitsgemäß auszusagen. Doch die Zeugenrolle kann - gerade für sog. Opferzeugen - zur erheblichen Belastung werden. Für viele Zeugen kommt es mit dem Erhalt der Ladung zum ersten Kontakt mit der Justiz. Die Unkenntnis über den Verfahrensablauf gepaart mit der Sorge, etwas falsch zu machen, können eine große Verunsicherung verursachen. Hinzu kommt die von Opferzeugen verständlicherweise oft als sehr belastend empfundene Begegnung mit dem Angeklagten.

Die Zeugenbetreuung bietet ihre Hilfe an, um die Zeugen zu unterstützen. Das Angebot der Zeugenbetreuungsstelle umfasst die telefonische und persönliche Beratung sowie die Begleitung im Prozess. Auch Angehörige und Freunde können in die Betreuung einbezogen werden. Vor- und nachbereitende Hausbesuche sind möglich. Die Zeugenbetreuung arbeitet kooperativ und vertrauensvoll mit den Richtern zusammen.

Die organisatorisch beim Landgericht angesiedelte Zeugenbetreuung ist für Zeugen in Verfahren vor Amts-, Land- und Oberlandesgericht zuständig. Gegenwärtig arbeiten drei Zeugenbetreuerinnen auf 1,69 Stellen. Wurden im Jahr 1994 noch 125 Zeugen betreut, so waren es im Jahr 2008 bereits 1674 Bürgerinnen und Bürger, die das Angebot der Zeugenbetreuung in Anspruch nahmen.