Schöffenempfang

Schöffenempfang

Schöffen üben ihr Amt mit allen Rechten und Pflichten eines Richters aus“ …

 

... sagte die Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Erika Andreß in ihrem Grußwort bei dem Senatsempfang für Schöffen im Hamburger Rathaus am 19. März 2009. Die Präsidentin führte weiter aus:

 

In Strafverfahren haben Sie das gleiche Stimmrecht wie die hauptamtlichen Richter, und Sie können beim Schöffengericht den Richter beim Schuldspruch und bei der Strafzumessung überstimmen. Das zeigt, welchen Stellenwert das Gesetz den von den Schöffen vertretenen Anschauungen der nichtjuristisch gebildeten Bevölkerung zumisst. Hier setzen Gesetz und Verfassung auf die Menschenkenntnis und Lebenserfahrung derjenigen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen und deshalb von den in den Amtsgerichtsbezirken gebildeten Wahlausschüssen für würdig befunden worden sind, das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen wahrzunehmen.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit als Schöffen Augenmaß und Menschlichkeit, Kraft und Geduld – im Dienste der Gerechtigkeit. In der argumentativen Auseinandersetzung mit den Berufsrichtern mögen Sachlichkeit und Fairness walten. ….

Ich wünsche mir, dass Ihnen trotz mancher persönlicher Einschränkungen, die das Amt mit sich bringen kann, über allem doch die Bedeutung und Verantwortlichkeit Ihres Amtes immer deutlich vor Augen stehen wird. Mögen Sie sich als Teil des Ganzen empfinden, an dem wir alle um der Gerechtigkeit willen arbeiten – an unserem Rechtsstaat mit seinen Garantien von Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit.“