Rosenburg-Ausstellung zu Gast in Hamburg

Rosenburg-Ausstellung zu Gast in Hamburg

Vom 3. April bis zum 13. Mai 2019 wird die Wanderausstellung „Die Rosenburg - Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ in der Eingangshalle des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu sehen sein.

Die „Rosenburg“ in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschen sollte. Die Kommission untersuchte, wie das Justizministerium in den 1950er und 60er Jahren mit der NS-Vergangenheit seiner Mitarbeiter, den personellen und sachlichen Kontinuitäten, der Verfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie mit Amnestie und Verjährung umging. Der Abschlussbericht der Forschungsgruppe wurde im Oktober 2016 unter dem Titel „Die Akte Rosenburg“ vorgestellt. Seit 2017 werden die Ergebnisse in einer umfassenden öffentlichen Wanderausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Stationen in Berlin und Bonn sowie in Jena, Leipzig und Düsseldorf ist die Ausstellung nun in Hamburg zu Gast.

Dazu erklärt Justizsenator Dr. Till Steffen: „Einen Abschluss in der Aufarbeitung kann es niemals geben. Auch heute sind wieder menschenverachtende Parolen zu hören und nehmen rechtsradikale Angriffe zu. Damit die Gesellschaft wehrhaft bleibt, ist es wichtig, sich an damals zu erinnern. Mit der Ausstellung wird die wichtige Rolle der Justiz in der gesamten Aufarbeitung deutlich. Durch die halbherzige Aufarbeitung kurz nach der NS-Zeit wurde durch die Justiz weiter Unrecht begangen. Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen.“

Die Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Erika Andreß: „Ich freue mich sehr, dass die Rosenburg-Ausstellung in unserem Haus zu sehen sein wird. Das Thema, inwieweit die Schatten der NS-Vergangenheit in den 50-iger und 60-iger Jahren noch über dem Bundesministerium der Justiz gelegen und noch Einfluss auf die Rechtsentwicklung in der frühen Bundesrepublik genommen haben, soll einer möglichst breiten Öffentlichkeit nahegebracht werden. Die Ausstellung wird daher nicht nur während unserer regulären Öffnungszeiten zugänglich sein, sondern wir werden unser Haus auch an zwei Wochenenden öffnen.“

Die Ausstellung gliedert sich in neun Bereiche, die durch Stelen und Multimedia-Inhalte mit Zeitzeugenberichten, Opfer- und Täterbiografien sowie beispielhaften Gesetzestexten repräsentiert werden. Die Stelen vermitteln an vielen Stellen die Doppelgesichtigkeit des Ministeriums. Sie stellen einer hellen Vorderseite eine dunkle Rückseite gegenüber: Einerseits das glänzende Expertentum vieler Juristen, andererseits deren dunkle Vergangenheit und tiefe Verstrickung in das NS-Unrecht.

Die Auftaktveranstaltung zur Ausstellung findet am 2. April 2019 um 18:00 Uhr im Plenarsaal des Hanseatischen Oberlandesgerichts statt. Es sprechen Christiane Wirtz, Staatssekretärin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Erika Andreß, Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichtes, Dr. Till Steffen, Justizsenator der Freien und Hansestadt Hamburg und Prof. Dr. Christoph Safferling, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Medienvertreter und Medienvertreterinnen können sich in einem Pressetermin am 2. April 2019 um 15:00 Uhr über die Ausstellung informieren. Justizsenator Dr. Till Steffen und die Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgericht Erika Andreß stehen gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Safferling, einem der beiden Leiter des „Rosenburg-Projekts“, für Fragen zur Verfügung. Es besteht Gelegenheit zu Bildaufnahmen in der Ausstellung und anschließenden Interviews.

Die Ausstellung im Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgericht, Sievekingplatz 2, 20355 Hamburg ist ab dem 3. April jeweils montags bis freitags von 8.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Zudem gibt es Sonderöffnungen 6./7. April und 4./5. Mai, jeweils von 11.00 bis 17.00 Uhr.

Alle Informationen zur Ausstellung sind auf http://www.bmjv.de/rosenburg auch digital aufbereitet abrufbar.

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