Insolvenzverfahren

Informationen zur Handhabung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzgericht des Amtsgerichts Hamburg

Insolvenzverfahren

Das Insolvenzgericht Hamburg ist zuständig für Verfahren nach der Insolvenzordnung. Eine besonders wichtige Rolle spielen das Regelinsolvenz- und das Verbraucherinsolvenzverfahren.

Das Regelinsolvenzverfahren ist für sämtliche Unternehmen und für diejenigen natürlichen Personen vorgesehen, die bei Insolvenzantragstellung noch selbstständig tätig sind (vgl. 304 InsO). Ist die selbstständige Tätigkeit der natürlichen Person bei Insolvenzantragstellung bereits eingestellt, so ist das Regelinsolvenzverfahren für diese natürlichen Personen nur in folgenden Ausnahmefällen vorgesehen. Erstens wenn die Person mindestens 20 oder mehr Gläubiger oder zweitens zwar weniger als 20 Gläubiger hat, aber Verbindlichkeiten aus Arbeitsverhältnissen bestehen (z.B. Lohnansprüche oder Ansprüche auf Sozialabgaben für Mitarbeiter).

Für alle anderen natürlichen Personen, d.h. solche, die entweder nie eine selbstständige Tätigkeit ausgeübt oder diese bei Insolvenzantragstellung bereits eingestellt und maximal 19 Gläubiger sowie keine Verbindlichkeit aus Arbeitsverhältnissen haben, ist das Verbraucherinsolvenzverfahren die richtige Verfahrensart.


Das Insolvenzverfahren wird durch einen Antrag eingeleitet. Diesen kann sowohl der Schuldner selbst (sog. Eigenantrag) als auch ein Gläubiger (sog. Gläubigerantrag) stellen. Einzelheiten entnehmen Sie dem jeweiligen Merkblatt:

  • Merkblatt Eigenantrag Regelinsolvenz (s. unten)
  • Merkblatt Gläubigerantrag Regelinsolvenz (s. unten)

Bei einem Eigenantrag ist grundsätzlich der vollständig ausgefüllte Anhörungsfragebogen (s. unten) des Gerichtes beizufügen.


Im Verbraucherinsolvenzverfahren ist grundsätzlich zunächst ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren durchzuführen. Erst wenn dieses gescheitert ist, darf ein Eigenantrag bei Gericht gestellt werden. Das Gesetz bestimmt in § 305 InsO, dass eine "geeignete Stelle" das Scheitern des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahrens bescheinigen muss. Geeignete Stellen in diesem Sinne sind insbesondere Rechtsanwälte und die Schuldnerberatungsstellen der Bezirksämter. Außerdem: Verbraucherzentrale, Diakonisches Werk. Weitere Einzelheiten sind dem Merkblatt Verbraucherinsolvenz (s. unten) zu entnehmen.

Verschiedene Vordrucke für das Verbraucherinsolvenzverfahren erhalten Sie am Ende dieser Seite als Download-Objekte, oder zur Abholung in Papierform beim Insolvenzgericht Hamburg, alternativ finden Sie viele Formulare auch im Formularbereich des Justizportals.

Sie können sich ab sofort Online über eröffnete Insolvenzverfahren unter www.insolvenzbekanntmachungen.de informieren!

Bei Fragen zu den einzelnen Verfahrensbereichen wenden Sie sich bitte an die Sachbearbeiter des Insolvenzgerichts.

Bitte beachten Sie unbedingt :
Fristwahrender Briefkasten für das Insolvenzgericht ist ausschließlich der Briefkasten am Sievekingplatz 1. 

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