10 Jahre Insolvenzgericht Hamburg

10 Jahre Insolvenzgericht Hamburg

10 Jahre Insolvenzgericht Hamburg

2.200 Schuldner von Restschuld befreit

 

Das Insolvenzgericht des Amtsgerichts Hamburg begeht sein 10jähriges Jubiläum. Es ist zum Inkrafttreten der Insolvenzordnung am 1. Januar 1999 als Nachfolger des Konkursgerichts gebildet worden. Das für alle Hamburger Amtsgerichtsbezirke zuständige Insolvenzgericht war zunächst in Hamburg-Barmbek – Alster-City – untergebracht, bevor es im November 2005 mit seinen nunmehr 75 Mitarbeitern in das Ziviljustizgebäude am Sievekingplatz 1 umzog.

 

Das Insolvenzgericht ist sowohl für Firmen- als auch Verbraucherinsolvenzen zuständig. In den zurückliegenden 10 Jahren bearbeitete das Insolvenzgericht mit Einsatz modernster gerichtlicher Bürotechnik über 15.000 Firmeninsolvenzanträge sowie knapp 21.800 Insolvenzanträge zur Erlangung der Restschuldbefreiung, von denen 16.500 auf Verbraucher und 5.300 auf Selbstständige entfielen. Bislang sind bereits 2.200 Schuldnern die Restschuldbefreiung erteilt und 14.300 Schuldnern die Restschuldbefreiung angekündigt worden.

 

Richter am Amtsgericht Thomas Wehr, Leiter des Insolvenzgerichts:  

„Gerade im Hinblick auf die befürchtete Wirtschaftskrise sollte keine Angst vor einem frühzeitigen Insolvenzantrag bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit bestehen, denn ein Insolvenzverfahren bedeutet nicht unbedingt das Ende, sondern kann auch zu einer wirtschaftlichen Sanierung und zum Erhalt des Unternehmens führen. Als Chance für einen finanziellen Neubeginn gilt dasselbe für Verbraucher und Selbstständige“.

 

Vizepräsidentin des Amtsgerichts Hamburg Sibylle Umlauf:

„Vor über 10 Jahren wurde das Insolvenzgericht Hamburg mit z. T. völlig neuen Aufgaben, rund 50 neuen Mitarbeitern und modernster gerichtlicher Bürotechnik innerhalb von nur sechs Monaten aufgebaut. Dass dies möglich war, und dass heute das Insolvenzgericht bei bester Stimmung hervorragende Arbeit verrichtet, ist der Leistung und dem herausragenden Engagement der dort tätigen Kollegen aus allen Bereichen zu verdanken. - Yes, we can, war schon damals unser credo.“

Hinweis zur Erteilung der Restschuldbefreiung

Durch die vom Insolvenzgericht erteilte Restschuldbefreiung wird der Schuldner von seinen bestehenden Verbindlichkeiten mit Ausnahme aus vorsätzlichen Deliktstaten sowie Geldstrafen oder Geldbußen befreit. Vor einem Insolvenzantrag auf Restschuldbefreiung hat ein Verbraucher zunächst eine außergerichtliche Schuldenbereinigung mit seinen Gläubigern zu versuchen und bei deren Scheitern hierüber eine Bescheinigung einer geeigneten Person oder Stelle vorzulegen. Außer Rechtsanwälten als hierzu geeigneten Personen kommen hierfür die behördlich anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Betracht. Der Erteilung der Restschuldbefreiung durch das Insolvenzgericht geht nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch eine sechsjährige „Wohlverhaltensperiode“ voraus, die vom Insolvenzgericht angekündigt wird. Ein etwaiger pfändbarer Teil des schuldnerischen Einkommens dient der Befriedigung der Gläubiger; außerdem ist der Schuldner verpflichtet, bestimmten gesetzlich normierten Obliegenheiten nachzukommen, andernfalls versagt das Insolvenzgericht, sofern ein Gläubiger einen entsprechenden Antrag stellt, die Restschuldbefreiung.