Hamburger Tierschutzverein: Prozess gegen Wolfgang P. am 3.11.2008

Hamburger Tierschutzverein: Prozess gegen Wolfgang P. am 3.11.2008

(31.10.2008) Wolfgang P. muss sich wegen Untreue in acht Fällen und Unterschlagung vor der Großen Strafkammer 28 des Landgerichts Hamburg am Montag, d. 3.11.2008, 9.30 Uhr, Saal 336 -337, Strafjustizgebäude, verantworten.

  

Ordnungsverfügung

Die Große Strafkammer 28 hat gerade in einer Ordnungsverfügung unter anderem folgendes verfügt:

 

Poollösung

„Foto– und Fernsehaufnahmen im Verhandlungssaal werden nur 5 Minuten vor dem festgesetzten Verhandlungstermin und nach Schluss der Verhandlung zugelassen.

 

Als Poolführer werden je ein Fernsehteam (jeweils bestehend aus höchstens 3 Personen) der öffentlich-rechtlichen und der privat-rechtlichen Sender sowie ein Fotograf der Nachrichtenagenturen und ein weiterer Fotograf zugelassen, sofern sie sich zuvor jeweils für ihren Medienbereich gegenüber der Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts schriftlich bis spätestens 14 Uhr des dem Sitzungstag vorangehenden Werktages verpflichtet haben, ihre Aufnahmen Konkurrenzunternehmen unverzüglich und unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

 

Poolführer kann nur sein, wer über die erforderlichen technischen Voraussetzungen verfügt.

 

Die Bestimmung der Poolführer bleibt einer Einigung der interessierten Presseorgane bzw. Fernsehsender überlassen.“

 

Hinweise:

Die Poolführer sind der Gerichtspressestelle bis 14.00 Uhr des dem Sitzungstag vorangehenden Werktages per Fax (040 - 428 43 4183) oder E-Mail (pressestelle@olg.justiz.hamburg.de) mitzuteilen. Dabei ist neben der vorgenannten Verpflichtungserklärung anzugeben, unter welcher Telefonnummer und Faxnummer bzw. Emailadresse die Aufnahmen jeweils abgerufen werden können.

  

Presseplätze

„Für die Vertreter der Presse und des Rundfunks stehen die Sitzreihen vor der den Zuschauerraum abtrennenden Glasscheibe mit Ausnahme der ersten Reihe sowie die auf gleicher Höhe befindlichen Sitzplätze an den Wänden im Sitzungssaal zur Verfügung.

Der Einlass für Pressevertreter in den Sitzungssaal erfolgt am ersten Verhandlungstag 15 Minuten vor Verhandlungsbeginn gegen Vorlage eines Presseausweises in der Reihenfolge des Eintreffens, solange Sitzplatzgelegenheiten zur Verfügung stehen.“

  

Interviews

„Interviews oder ähnliche Gespräche mit den Verfahrensbeteiligten im Sitzungssaal sind untersagt.“

 

Anklagevorwürfe

Fall 2: Untreue

Im Juni 2007 erwarb der Angeklagte zusammen mit seiner Ehefrau vom HTV eine Eigentumswohnung in Westerland/Sylt für € 130.000,-, wobei er den anderen Vorstandsmitgliedern gegenüber zwei Kaufinteressenten für die Wohnung verschwiegen haben soll, um diese selbst deutlich unter dem Marktwert zu erwerben. Nach Rückabwicklung des Kaufvertrages nach Medienberichten veräußerte HTV die Immobilie im September 2007 für € 250.000,-.

Fall 3: Untreue

Der Angeklagte soll im Juni 2002 Inhaberschuldverschreibungen im Gesamtwert von € 100.000,- als Spende für den HTV entgegengenommen haben, ohne diese dem Vermögen des HTV zuzuführen. Er soll für sich bzw. zugunsten seiner und seiner Ehefrau Konten  bei der Haspa in den Jahren 2002 und 2003 Zinsscheine eingelöst und im Jahr 2004 die Inhaberschuldverschreibungen verkauft haben. Dem HTV soll dadurch ein Schaden in Höhe von insg. € 106.227,66 entstanden sein.

Fall 4: Untreue

Für  im November  2006 von dem Angeklagten bei der Fa. Montblanc für den HTV gekaufte Schreibgeräte und andere Utensilien soll er den dem HTV in Rechnung gestellten Betrag von € 10.381,- von ihrem Konto  überwiesen haben, obwohl der HTV für einen Differenzbetrag von € 1.575,- keine Schreibgeräte erhalten, sondern der Angeklagte diesen Betrag für sich vereinnahmt haben soll. Zudem  soll er der Fa. Montblanc zwei Kugelschreiber zurückgegeben und den Gegenwert von € 315,- für sich vereinnahmt haben. Insgesamt soll dem HTV dadurch ein Schaden von € 1.890,- entstanden sein.

Fälle  28 bis 31: je Untreue

Der Beschuldigte soll von Februar bis November 2006 auf Kosten und zum Nachteil des HTV eine professionelle Fotoausrüstung im Gesamtwert von € 6.197,81 gekauft und im Rahmen seiner Tätigkeit als freier Mitarbeiter für die Vereinszeitschrift „ich & Du“ genutzt haben, obwohl er gewusst haben soll, dass er für den Kauf keinen Vorstandsbeschluss  hatte und er verpflichtet war, Gegenstände für seine journalistische Tätigkeit auf eigene Kosten zu beschaffen.

Fall 32: Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung

Der Angeklagte soll im Februar 2004 in einem Schließfach einer Erblasserin Wertpapiere vorgefunden und deren Vermögenswert von insgesamt € 81.581,61 seinem und dem Vermögen seiner Ehefrau zugeführt haben. Den drei Erben, u.a. HTV, soll dadurch ein Schaden von je € 27.193,87 entstanden sein.

Fall 33: Unterschlagung

Der Angeklagte soll im Oktober 2003 einen Barbetrag von € 29.000,- aus dem Nachlass einer Erblasserin auf ein Konto der HTV  eingezahlt haben, ohne die beiden Miterben darüber zu informieren. Beiden soll ein Schaden in Höhe von je € 9.666,67 entstanden sein.