Eltern der toten Michelle müssen 3 Jahre in Strafhaft

Eltern der toten Michelle müssen 3 Jahre in Strafhaft

Die Eltern der in Hamburg im Juli 2004 verstorbenen zweieinhalbjährigen Michelle müssen eine dreijährige Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit Verletzung der Fürsorgepflicht verbüßen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Er hat die Revision von Nicole G. (29 J.) und Andreas J. (35 J.) gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 22. Februar 2006 als unbegründet verworfen. Damit ist dieses Urteil rechtskräftig.

Nach den Feststellungen der Großen Strafkammer haben Nicole G. und Andreas J. spätestens seit Januar 2003 gegenüber fünf ihrer Kinder ihre Fürsorgepflicht gröblich verletzt und diese dadurch in die Gefahr schwerer körperlicher und psychischer Entwicklungsschäden gebracht. Die Kinderzimmer waren völlig vermüllt, kotverschmiert und   menschenunwürdig. Die Kinder wurden stundenlang eingesperrt, die Klinken waren abgeschraubt und die Kinder konnten nicht - nachts - die Toilette aufsuchen. Alle Kinder waren in ihrer Entwicklung deutlich zurückgeblieben. Einige Kinder schlugen sich selbst mit dem Kopf gegen die Wand.

Ende Juni 2004 haben die Eltern die seit mehreren Tagen an einer Mandelentzündung erkrankte und infolge ihres schlechten Pflege-, Ernährungs- und Allgemeinzustandes erkennbar geschwächte Tochter Michelle nicht in ärztliche Behandlung gegeben und so deren Tod verursacht.