Juristen gedenken des Vorsitzenden Richters Rolf Seedorf

Juristen gedenken des Vorsitzenden Richters Rolf Seedorf

Zum Gedenken an den am 9. Oktober 2006 plötzlich und unerwartet verstorbenen Vorsitzenden Richter am Landgericht Hamburg Rolf Seedorf (62 J.) kamen heute zahlreiche Mitarbeiter der Justiz, insbesondere Richter und Staatsanwälte, sowie Rechtsanwälte in der Grundbuchhalle des Landgerichts Hamburg zusammen.

Der Präsident des Landgerichts Hamburg, der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Vizepräsident der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer würdigten den allseits beliebten Kollegen und hoch geschätzten Strafrichter unter anderem mit folgenden Worten:

Volker Öhlrich, Präsident des Landgerichts Hamburg:

„Beim Landgericht reißt der Tod Rolf Seedorfs eine kaum zu schließende Lücke. Er war als Kammervorsitzender dank seiner Einsatzfreude, seiner Kompetenz und seines von tiefer Mitmenschlichkeit geprägten Umgangs mit allen, die hier mit ihm zusammengearbeitet haben, ein Vorbild und ein unersetzlicher Ratgeber. Wir trauern um eine herausragende Richterpersönlichkeit, um einen leidenschaftlich der Gerechtigkeit verpflichteten Menschen.“

 

Martin Köhnke, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hamburg:

„Ich verneige mich mit großem Respekt vor dem Strafrichter und Kammervorsitzenden Rolf Seedorf. Mit seinem Tod hat die Hamburger Justiz und insbesondere die Strafjustiz eine ihrer profiliertesten Richterpersönlichkeiten verloren und ist ein Stück ärmer geworden.“

 

Otmar Kury, Vizepräsident der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer:

„Die Rechtsanwälte trauern über den Tod des Vorsitzenden. Er war ein Mann des Rechts, dessen Wort galt. Ihm waren besondere richterliche Tugenden gegeben – die Berechenbarkeit und die Zuverlässigkeit.“

Rolf Seedorf wurde am 17. Juli 1944 geboren und trat im Juni 1972  in den Justizdienst ein. Nachdem er im Justizamt der Justizbehörde tätig gewesen war, arbeitete er seit Oktober 1972 als Richter am Landgericht Hamburg zunächst in einer Zivilkammer und ab Januar 1974 in einer Großen Strafkammer. Von Juli 1977 bis 1984 war er beim Amtsgericht Richter in Familiensachen und anschließend in Wirtschaftsstrafsachen. Nach seiner Erprobung beim Hanseatischen Oberlandesgericht sprach er ab Oktober 1988 wieder als Richter am Landgericht Recht. Im November 1989 wurde er zum Vorsitzenden Richter am Landgericht ernannt und führte den Vorsitz in einer Betäubungsmittelkammer und zuletzt ab Juli 1999 in einer Schwurgerichtskammer.