Anklage gegen Kriminalbeamten Thomas W. zugelassen

Beginn der Verhandlung am 4.3.2005

Anklage gegen Kriminalbeamten Thomas W. zugelassen

(01.02.2005) Der Hamburger Kriminalbeamte Thomas W. (49 J.) muss sich ab dem 4. März 2005 wegen der Verabredung zu einem Verbrechen sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Schwurgericht verantworten. Das hat die Große Strafkammer 22 des Landgerichts Hamburg entschieden. Sie hat die 63-seitige Anklage der Staatsanwaltschaft Hamburg zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Bislang sind 25 Hauptverhandlungstage bis zum 14. Juli 2005 anberaumt. 

Thomas W. wird vorgeworfen, sich gegenüber einem anderen bereit erklärt zu haben, ein Verbrechen, und zwar einen Mord in Tateinheit mit einem Raub mit Todesfolge, zu verüben.  Nach dem Hinweis der Schwurgerichtskammer im Eröffnungsbeschluss kommen die Mordmerkmale „Habgier“ und „Heimtücke“ in Betracht.

Der Angeklagte soll geplant haben, gemeinsam mit dem ehemaligen Polizeibeamten S. im Raum Berlin einen Geldtransport zu überfallen, um dabei etwa 400.000,- €  zu erbeuten. Nach der Tatplanung soll vorgesehen gewesen sein, den Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens zu töten. W. soll vorgehabt haben, ihm mit einem Fleischerbeil den Arm abzutrennen, um so an den Geldkoffer zu gelangen. Der ehemalige Polizeibeamte S. wandte sich jedoch schon nach dem ersten Gespräch mit W. an die Polizei. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Dezernat interne Ermittlungen ging S., der für W. eine scharfe Waffe und ein Fleischerbeil besorgen sollte, zum Schein auf den Tatplan ein. W. übergab dem S. 600,- € für den Kauf einer Schusswaffe und eines Fleischerbeils. Am 25.10.2004 gegen 20.00 Uhr wurde der Angeklagte bei der Übergabe der Waffe in der Wohnung des S. verhaftet.

Am 27.5.2004 hatte eine Kleine Strafkammer des Landgerichts Hamburg Thomas W. in der Berufungsinstanz wegen Nötigung in zwei Fällen, gefährlicher Körperverletzung, und Verfolgung Unschuldiger zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt worden war, und ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter für die Dauer von zwei Jahren aberkannt. Dieses Urteil hat der 2. Strafsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts auf die Revision des Angeklagten mit Beschluss vom 20.12.2004 aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kleine Strafkammer des Landgerichts Hamburg zurückverwiesen. Ein neuer Verhandlungsbeginn steht noch nicht fest.