Strafverfahren gegen Alexander Falk und andere

Hauptverfahren gegen sechs Angeschuldigte eröffnet

Strafverfahren gegen Alexander Falk und andere

(08.11.2004) Alexander Falk muss sich vor Gericht verantworten. Das hat die Große Strafkammer 20 des Landgerichts Hamburg heute entschieden. Sie hat die gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden gerichtete Anklage der Staatsanwaltschaft Hamburg mit Modifizierungen zugelassen und das Hauptverfahren gegen ihn eröffnet. Dem 35-jährigen wird verbotene Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Beihilfe zur unrichtigen Darstellung der Verhältnisse einer Kapitalgesellschaft und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Das Gericht hat den Tatvorwurf der verbotenen Kursmanipulation konkretisiert und hinsichtlich des Vorwurfs des Betruges in einem besonders schweren Fall klargestellt, dass sich der Schaden im Wege einer Mindestschadensberechnung auch auf € 46,7 Mio. belaufen könnte.

Gegen fünf weitere Angeschuldigte (2 X 37 J., 38 J., 40 J. und 48 J.) hat die Wirtschaftsstrafkammer die Anklage ebenfalls – zum Teil mit Modifizierung – zugelassen und das Hauptverfahren gegen sie eröffnet. Dem zweiten mutmaßlichen Haupttäter R. (40 J.) wird ebenfalls verbotene Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall, Steuerhinterziehung sowie unrichtige Darstellung der Verhältnisse einer Kapitalgesellschaft zur Last gelegt. Den übrigen vier Angeklagten wird in wechselnder Beteiligung vorgeworfen, an den vorgenannten Taten mitgewirkt oder sie im Wege der Beihilfe unterstützt zu haben.

  

Bezüglich zwei weiterer Angeschuldigter hat die Große Strafkammer des Landgerichts das Verfahren von dem Verfahren gegen die übrigen sechs Angeschuldigten abgetrennt. Bei einem (53 J.) sei die Verhandlungsfähigkeit in Frage gestellt worden, bei dem anderen (44 J.) sei die Sache hinsichtlich einer Eröffnungsentscheidung noch nicht entscheidungsreif.

Die Kammer wird in der Hauptverhandlung mit drei Berufsrichtern einschließlich des Vorsitzenden, zwei Schöffen, einem Ergänzungsrichter und zwei Ergänzungsschöffen besetzt sein.

Der Prozessbeginn ist vom Vorsitzenden der Großen Strafkammer 20, Dr. Nikolaus Berger (48 J.), auf den 03. Dezember 2004 anberaumt worden, Fortsetzungstermine sind vorläufig bis Ende Juni 2005 bestimmt.

Die genaue Verfahrensdauer kann angesichts der Komplexität und des Umfangs des Verfahrens sowie der Anzahl der Angeklagten, die von insgesamt 13 Rechtsanwälten vertreten werden, nicht prognostiziert werden.

Der Verfahrensumfang sprengt sämtliche Dimensionen, die eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hamburg je erlebt hat. Für die gesamte rund 700 Leitzordner umfassende Akte musste der Kammer ein zusätzlicher Raum zur Verfügung gestellt werden.