Sog. "Schrotflinten-Morde"

Prozessbeginn und Medienhinweise

Sog. "Schrotflinten-Morde"

(16.10.2003) In dem Strafverfahren gegen Niko Max H. (38 J.) u. a. wegen Mordes in zwei Fällen beginnt die Hauptverhandlung vor der Großen Strafkammer 21 (Schwurgericht) des Landgerichts Hamburg

am Donnerstag, dem 23. Oktober 2003, 9.00 Uhr, Saal 398, Strafjustizgebäude.

Bis zum 9. Januar 2004 sind 19 Fortsetzungstermine anberaumt. Danach sind vorsorglich weitere Termine an jedem Mittwoch und Freitag, beginnend ab dem 14. Januar 2004, 9.00 Uhr, vorgesehen.

Bislang sind 41 Zeugen bis zum 14.11.2003 geladen.

1. Anklage

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten in der 82-seitigen Anklage neben einem Verstoß gegen das Waffengesetz und einer Unterschlagung insbesondere vor, zwei Menschen jeweils aus niedrigen Beweggründen und einen von beiden zusätzlich heimtückisch getötet zu haben.

Am 6.2.2002 soll er gegen 18.30 Uhr der ihm bekannten Natascha K. in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses in Eschenholt aufgelauert und zwei Schüsse aus einer Schrotflinte, deren Doppellauf und Schaft gekürzt waren, aus sehr kurzer Entfernung auf ihre rechte Wange und ihren rechten Brustkorb abgegeben haben. Sie verstarb sofort nach den Schüssen.

Ferner soll er am 11.2.2003 kurz vor 21.00 Uhr auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Kieler Straße den Marktleiter Karsten P. wahrscheinlich unter Einsatz der vorgenannten Schrotflinte in seine Gewalt gebracht und ihn veranlasst haben, mit dessen VW Golf in den Volkspark zu fahren. Nach dem der Angeklagte vermutlich zwischen 22.00 und 24.00 Uhr die Handgelenke des P. vor dem Körper gefesselt und ihn zu einer Aussichtsplattform geführt haben soll, soll er aus einer Entfernung von unter 70 cm in die linke Wange und sodann in den Bauchraum geschossen haben. P. verstarb ebenfalls sofort am Tatort.

2. Sicherheitsanordnungen des Vorsitzenden

Der Vorsitzende des Schwurgerichts hat in einer Sicherheitsverfügung u. a. folgende die Medien betreffenden Anordnungen getroffen:

Sonderausweise

Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen, denen die Mitnahme von Schreibutensilien in den Saal gestattet ist, haben sich durch einen Sonderausweis in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis auszuweisen.

Der Einlass für Pressevertreter erfolgt, solange Sitzplatzgelegenheiten zur Verfügung stehen.

Hinweis:

Die Sonderausweise können von allen Medienvertretern nur persönlich und nur gegen Vorlage eines gültigen Personalpapiers und Presseausweises bei der Gerichtspressestelle im Oberlandesgerichtsgebäude, Zimmer 232, Sievekingplatz 2, beantragt werden, und zwar werktags ab dem 17. bis zum 22.10.2003, jeweils von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 14.30 Uhr.

Pool-Lösung

Für den Zeitraum von jeweils 5 Minuten vor Verhandlungsbeginn und nach Verhandlungsende werden Foto- und Filmaufnahmen im Verhandlungssaal gestattet. Die Aufnahmen dürfen nicht zur Störung des Sitzungsbetriebes führen und sind im Rahmen einer sog. Poollösung vorzunehmen. Zu diesem Zweck werden jeweils zwei Fotoreporter und je ein Kamerateam der öffentlich-rechtlichen Anstalten sowie der privaten Fernsehsender (jeweils bestehend aus höchstens drei Personen) als Poolführer zugelassen, sofern sie sich für ihren Bereich gegenüber der Gerichtspressestelle schriftlich verpflichten, ihr gesamtes Rohbild-Material konkurrierenden Berichterstattern unverzüglich und unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Die Bestimmung der Poolführer bleibt einer Einigung der interessierten Presseorgane überlassen.

Die Aufnahmen sind vor Betreten des Verhandlungssaales durch das Gericht zu beenden und nach Sitzungsende erst zulässig, nachdem das Gericht den Saal verlassen hat.

Hinweis:

Die Poolführer sind der Gerichtspressestelle bis 14.00 Uhr des dem Sitzungstag vorangehenden Werktages per Fax (040 - 428 43 4183) oder E-Mail (pressestelle@olg.justiz.hamburg.de) mitzuteilen. Dabei ist neben der vorgenannten Verpflichtungserklärung anzugeben, unter welcher Telefonnummer die Aufnahmen jeweils abgerufen werden können.

Ein Sender, der die erforderlichen technischen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann nicht Poolführer sein.

Verbote

Während der Verhandlung sind das Fotografieren, Filmen, Herstellen von Tonaufnahmen im Verhandlungssaal sowie durch Türen, Fenster o. ä. in den Verhandlungssaal hinein und das Mitbringen von Bild- und Tonaufnahmegeräten, Laptops, Handys, Waffen, Munition oder anderen gefährlichen Gegenständen in den Verhandlungssaal nicht gestattet.