Pressemitteilung vom 04.12.2014

29 Ca 329/14
Martin Schwalb gegen die HSV Handball GmbH & Co. KG
Kündigung unwirksam, Erfolgsprämie abgewiesen

Pressemitteilung vom 04.12.2014

In einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Hamburg wehrt sich der Cheftrainer des Handball-Bundesligisten HSV Handball Martin Schwalb gegen die ihm gegenüber ausgesprochene fristgerechte Kündigung seines Arbeitsverhältnisses als Cheftrainer. Daneben begehrt er eine Prämie für den Gewinn der Champions League im Jahre 2013 in Höhe von 120.000,00 € netto.

Am heutigen Tage fand die Kammerverhandlung vor dem Arbeitsgericht Hamburg unter dem Vorsitz des Richters am Arbeitsgericht Dr. Hennings statt. Weil zwischen den Parteien eine Einigung nicht möglich war, entschied die Kammer durch Urteil. Danach ist die Kündigung der HSV Handball GmbH & Co. KG gegenüber Herrn Schwalb unwirksam. Die Beklagte vertrat im Verfahren die Rechtsansicht, dass sich die Parteien nicht über ein Arbeitsverhältnis geeinigt hätten, und daher nur ein sog. „faktisches Arbeitsverhältnis“ vorliege, welches ohne Grund durch die Beklagte beendet werden könne. Denn die Beteiligten hätten zunächst nur einen letter of intent vereinbart, nicht aber eine endgültige Einigung erzielt. Dieser Ansicht folgte die Kammer nicht sondern ging von einem regulären Arbeitsverhältnis aus.

Als Kündigungsgrund hatte die Beklagte den Umstand benannt, dass Herr Schwalb nicht die Fähigkeit besitze, eine Handballmannschaft mit der entsprechenden Integration auch jüngerer Spieler zu trainieren. Diese Annahme hielt die Kammer insbesondere auch vor dem Hintergrund der sportlichen Erfolge Herrn Schwalbs als Cheftrainer für abwegig.

Die Klage abgewiesen hat die Kammer jedoch im Hinblick auf die Erfolgsprämie für den Gewinn der Champions League im Jahre 2013. Eine solche wurde nämlich zwischen den Parteien nicht vereinbart. Auch wenn in dem früheren Vertrag aus dem Jahre 2005 als Cheftrainer eine entsprechende Regelung enthalten war, wurde diese durch den Geschäftsführervertrag im Jahre 2010 abgelöst. Als Herr Schwalb am 12. März 2012 zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer auch noch die Aufgaben als Trainer übernahm, wurde zwar die Grundvergütung angehoben, eine Vereinbarung etwaiger Prämien erfolgte jedoch nicht.

Bei Rückfragen: Vizepräsident des Arbeitsgerichts Dr. Esko Horn 040/42863-5661 oder 0177/8292306; esko.horn@arbg.justiz.hamburg.de