Mediation

Amtsgericht, Hamburg, Mediation, Richtermediation, Gericht, Justiz - FHH

Kapitelübersicht

1. Richterliche Mediation

Die Mediation ist ein freiwilliges Verfahren, in dem Streitparteien mit Unterstützung des richterlichen Mediators ihren Konflikt selbstständig lösen. Mediationsverfahren werden an allen Amtsgerichten in Hamburg angeboten. Als Mediatoren werden speziell hierfür ausgebildete Richterinnen und Richter tätig. Dabei handelt es sich nie um Richterinnen und Richter, die mit der Entscheidung des Verfahrens befasst sein werden.

Die Gerichte haben sich hierbei auf eine Reihe von Qualitätsstandards für die als Mediatoren tätigen Richterinnen und Richter verständigt. Diese müssen

  • als Richter/in in der Hamburger Gerichtsbarkeit eingesetzt sein
  • eine Mediatorenausbildung mit insgesamt mindestens 90 Stunden absolviert haben
  • regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Mediation und an Inter- bzw. Supervisionen teilnehmen sowie
  • an der anonymisierten Dokumentation von Mediationsverfahren mitwirken.

Der Mediator vermittelt im Konflikt, schafft eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und sorgt für einen fairen Umgang der Beteiligten miteinander. Ihm steht jedoch keine Entscheidungskompetenz zu; der Mediator beschränkt sich darauf, die Beteiligten dabei zu unterstützen, selbst eine sinnvolle Lösung ihrer Probleme zu erarbeiten.

In dem Mediationsverfahren geht es nicht darum, wer an der Entstehung der Streitigkeit „Schuld“ hat und welche Verantwortung daraus folgt. Maßgeblich ist vielmehr zu erkennen, wie es für beide Seiten weitergehen kann, welche Möglichkeiten es für eine konfliktfreie Zukunft gibt. Ein solches Verfahren führt oft zu kreativen und für beide Seiten befriedigenden Lösungen.

Das gerichtliche Mediationsverfahren wird durchgeführt auf der Grundlage der Gemeinsamen Mediationsordnung der Hamburger Gerichte. Vor Durchführung der Mediation schließen die Parteien eine Mediationsvereinbarung, die die Verhaltens- und Verfahrensregeln in der Mediation regelt.

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2. Welche Vorteile hat eine Mediation gegenüber einem gerichtlichen Verfahren?

Die Mediation kann für die Streitparteien im Vergleich zum gerichtlichen Verfahren in vielerlei Hinsicht vorteilhaft sein. Insbesondere kommen folgende Vorteile in Betracht:

  • Für Mediationen werden kurzfristig Termine anberaumt. Aufwändige Schriftsätze entfallen. Die Mediation beschränkt sich möglichst auf eine ausführliche Sitzung.
  • Freiwillig getroffene Regeln schaffen hohe Akzeptanz und helfen, Folgekonflikte zu vermeiden.
  • Hintergründe des Konflikts und die Interessen der Beteiligten können besser herausgearbeitet und berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt der Mediation stehen die Parteien und das, was sie zu sagen haben.
  • Die Beteiligten bestimmen selbst, wie der Konflikt gelöst wird. So kann eine tragfähige Beziehung für die Zukunft erhalten oder wieder geschaffen werden, ohne dass es Sieger und Besiegte gibt.
  • Durch die Mediation können auch weitere Konflikte, die die Beteiligten belasten, gelöst und beigelegt werden.

Sehr wichtig ist auch, dass die Mediation vertraulich ist. Nichts wird an Außenstehende dringen.

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3. Benötigt man für die Mediation einen Rechtsanwalt?

Der richterliche Mediator erteilt den Beteiligten keinen Rechtsrat und nimmt auch keine Bewertung oder Einschätzung der Erfolgsaussichten der Klage vor. Da das Recht aber unverzichtbarer Bestandteil der Mediation ist – auch hier werden Stärken und Schwächen der jeweiligen Rechtsposition thematisiert –, sollten die Beteiligten durch einen Rechtsanwalt vertreten sein.

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4. Was kostet die Mediation? Was ist mit dem gerichtlichen Verfahren?

Durch die Inanspruchnahme der Mediation entstehen keine zusätzlichen Gerichtskosten. Anwaltliche Gebühren entstehen wie bei einer gerichtlichen Erörterung und nachfolgendem Vergleich.

Für die Dauer der Mediation wird das streitige Gerichtsverfahren nicht betrieben. Ist die Mediation erfolgreich, endet sie mit einer schriftlichen und – wenn erwünscht – auch vollstreckbaren Vereinbarung. Das Gerichtsverfahren wird beendet. Führt das Mediationsverfahren nicht zu einer Einigung der Parteien, wird das Gerichtsverfahren fortgesetzt. Das Scheitern der Mediation ist für den Ausgang des Rechtsstreits vollkommen bedeutungslos. Informationen aus dem Mediationsverfahren werden nicht weitergegeben.

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5. Ansprechpartner für Richterliche Mediation an den Hamburger Amtsgerichten:

Amtsgericht Hamburg
- Mediationsgeschäftsstelle -
Sievekingplatz 1
20355 Hamburg
Telefon: (040) 42843 - 1633

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