Kundenbefragung: Gute Noten für die Arbeit des Oberverwaltungsgerichts und Verwaltungsgerichts

Die Verwaltungsgerichtsbarkeit hat im März in einer groß angelegten Umfrage Rechtsanwälte und Behörden befragt, wie zufrieden sie mit dem Ablauf ihrer Gerichtsverfahren sind.

Kundenbefragung: Gute Noten für die Arbeit des Oberverwaltungsgerichts und Verwaltungsgerichts

Dazu hatte das Oberverwaltungsgericht ca. 500 Rechtsanwälte und 100 Behörden und das Verwaltungsgericht ca. 1100 Rechtsanwälte und 200 Behörden gebeten, 30 Fragen zu ihren Erfahrungen mit dem jeweiligen Gericht zu beantworten und die Leistungen nach dem Schulnotensystem zu bewerten sowie nach ihrer Bedeutung zu gewichten. Gefragt war unter anderem nach der richterlichen Verhandlungsführung, der Verständlichkeit und Überzeugungskraft der Entscheidungen, aber auch nach der Kompetenz, dem Service und der Freundlichkeit der Mitarbeiter auf den Geschäftsstellen, in der Bibliothek, an der Infothek etc. Ziel der Befragung war es, Defizite in der Arbeit der Verwaltungsgerichte aus der Sicht der Prozessbeteiligten besser zu erkennen, um gezielt Verbesserungsmaßnahmen einleiten zu können.

Inzwischen liegt das Ergebnis vor: Rund 25 % der Befragten haben die Gelegenheit genutzt und Lob und Kritik verteilt. Insgesamt haben sowohl das Oberverwaltungsgericht als auch das Verwaltungsgericht überwiegend gute und auch etliche sehr gute Noten erhalten. Gelobt wurden insbesondere die Kommunikation mit den Richtern (Durchschnittsnote 2,5), die Verhandlungsführung (Durchschnittsnote 2,2)  und die Verständlichkeit der Entscheidungen (Durchschnittsnote 2,4), sowie die Kompetenz und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter in den Geschäftsstellen (Durchschnittsnote 2,4) und der Bibliothek (Durchschnittsnote 2,1). Demgegenüber wurde die Verfahrensdauer bei Klag- und Eilverfahren mit 3,9 bzw. 3,1 deutlich schlechter benotet. Die Durchschnittsnote für den Gesamteindruck beider Gerichte liegt bei 2,5.

Für die Mitarbeiter ist das Echo auf ihre Tätigkeit wichtig und insgesamt erfreulich.  Sie danken den Teilnehmern insbesondere auch für die konkreten Anregungen zur Verbesserung, die die Gerichte gerne aufgreifen. Die Länge der Verfahren ist ein ernstes Problem. Dies ist bereits im Vorfeld der Kundenbefragung gesehen und angegangen worden. Die Verkürzung der Laufzeiten wird auch weiterhin ein zentrales gemeinsames Anliegen der Richter beider Gerichte sein. Die sonstigen Bewertungen zeigen allerdings deutlich, dass die engagierte Arbeit der Verwaltungsgerichtsbarkeit die Prozessbeteiligten zufrieden stellt:  Ein erheblicher  Anteil der einzelnen Bewertungen liegt im 1er und 2er-Bereich. Insbesondere die Noten für die Verhandlungsführung und die Verständlichkeit der Entscheidungen signalisieren eine hohe Akzeptanz und Qualität der Rechtsprechung.