Anklage wegen Werbens um IS-Kämpfer in sozialen Medien

Gegen den Angeschuldigten Stenio Q. wurde Anklage vor einem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts erhoben.

Anklage wegen Werbens um IS-Kämpfer in sozialen Medien


Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg – Zentralstelle Staatsschutz – hat gegen den Angeschuldigten Stenio Q. Anklage vor einem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts erhoben.
Dem 28-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen dem 22. Juni und 24. Juli 2020 in Hamburg und an anderen Orten um Mitglieder oder Unterstützer für eine im Ausland bestehende terroristische Vereinigung – den „Islamischen Staat“ (IS) – geworben zu haben. Zu diesem Zweck soll der Angeschuldigte auf verschiedenen ihm zuzuordnenden digitalen Plattformen und Social Media- Kanälen Inhalte verbreitet haben, in denen durch Bilder, Textbeiträge, Videos und Anashid (islamistische Kampfgesänge) zum Dschihad gegen Andersgläubige und zur Ausreise nach Syrien oder in den Irak aufgerufen wurde. Dadurch sollten die jeweiligen Nutzer der Medien animiert werden, sich von dem „IS“ zu Kämpfern ausbilden zu lassen und für ihn in den Glaubenskrieg zu ziehen.
Der Angeschuldigte wurde aufgrund eines entsprechenden Haftbefehls des Hanseatischen Oberlandesgerichts am 12. Februar 2021 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Am 25. März 2021 verurteilte ihn das Amtsgericht Hamburg St. Georg wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 4 Monaten. Jenem Verfahren lag zugrunde, dass sich Stenio Q. und zwei weitere Beteiligte am 9. Oktober 2020 von einem Anwohner bei ihrem Gebet in der Hofeinfahrt eines Hamburger Mehrfamilienhauses gestört gefühlt und sodann mit körperlicher Gewalt auf ihr Opfer eingewirkt haben sollen. Das Urteil des Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig.
Bis zum endgültigen Abschluss sämtlicher Strafverfahren gilt für den Angeschuldigten
die Unschuldsvermutung.


Hamburg, 06.07.2021


Erste Staatsanwältin Liddy Oechtering
Tel.: 040/42843 1699
Fax: 040/42798 1900
e-mail: Pressestelle-Staatsanwaltschaft@sta.justiz.hamburg.de

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