Täter-Opfer-Ausgleich

 

Täter-Opfer-Ausgleich

Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) nach dem Erwachsenenstrafrecht ist bei der Staatsanwaltschaft Hamburg angesiedelt. Der TOA im Jugendstrafverfahren wird vom Bezirksamt Eimsbüttel (Fachamt für Straffälligen- und Gerichtshilfe) durchgeführt.

 

Die TOA-Dienststelle wird in einem Strafverfahren nach Beauftragung durch die Justiz tätig. Beschuldigte und Geschädigte können ihr Interesse an der Durchführung eines TOA bereits bei ihrer polizeilichen Vernehmung mitteilen oder schriftlich bei der Staatsanwaltschaft bzw. dem Gericht einen TOA anregen.

 

Was ist ein TOA?

Der TOA ist ein Verfahren im Strafverfahren, in dem Beschuldigte und Geschädigte die Möglichkeit erhalten, mit Unterstützung einer professionellen Vermittlung die Folgen einer Straftat auszugleichen (Tatausgleich). Der TOA zielt auf eine möglichst umfassende Wiederherstellung des Rechtsfriedens ab, insbesondere durch die besondere Berücksichtigung der immateriellen und materiellen Interessen der Geschädigten. Ein erfolgreicher Ausgleich ist auch ohne erneute Begegnung zwischen Beschuldigtem und Geschädigtem möglich.

 

Voraussetzungen für einen TOA sind:

·         Der/die Beschuldigte räumt die Tat ein und ist zur Wiedergutmachung
          bereit.

·         Der/die Geschädigte hat Interesse an einem Ausgleich.  

 

Ablauf:

·         Die Ermittlungs- bzw. Strafakte wird der TOA-Dienststelle vom
          zuständigen Staatsanwalt bzw. Richter zugewiesen. Erst nach
          vorliegendem Auftrag zur TOA-Durchführung nimmt die
          TOA-Mediatorin Kontakt zu den Betreffenden auf. 

·         Die TOA-Mediatorin führt zunächst persönliche Einzelgespräche mit
          den Betreffenden. 

·         Anschließend vermittelt sie zwischen den Beteiligten die jeweiligen
          Ausgleichsvorstellungen. 

·         Ein gemeinsames Ausgleichsgespräch findet nur statt, wenn der/die
          Geschädigte dies wünscht und der/die Beschuldigte dazu bereit ist.
          Sollte kein gemeinsames Ausgleichsgespräch stattfinden, werden die
          Ausgleichsleistungen durch die TOA-Mediatorin vermittelt. Die verein-
          barten Ausgleichsverpflichtungen und Ausgleichsregelungen werden
          schriftlich festgehalten. 

·         Die TOA-Mediatorin überprüft, ob die getroffenen Verpflichtungen
          eingehalten werden. Erst nach vollständiger Erfüllung ist ein TOA
          erfolgreich abgeschlossen.

TOA-Verpflichtungen/Regelungen können beispielsweise sein:

·         Schadenersatz

·         Schmerzensgeld

·         Entschuldigung

·         Kontaktregelungen

·         Gewaltverzichtserklärung

·         Unterlassungserklärung

·         gegenseitiger Verzicht auf Ansprüche

·         Zahlung an eine gemeinnützige Einrichtung

·         Gemeinnützige Arbeit

 

Die Teilnahme am TOA ist grundsätzlich freiwillig und kostenlos.

 

Rechtsgrundlagen:

·         §   46a Strafgesetzbuch (StGB)

·         § 153a Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 Strafprozessordnung (StPO)

·         § 155a StPO