Tod des Kindes Lara Mia R.- Ausschluss der Öffentlichkeit im Verfahren vor der Jugendkammer

10. Juni 2010

Tod des Kindes Lara Mia R.- Ausschluss der Öffentlichkeit im Verfahren vor der Jugendkammer

In dem Verfahren gegen Jessica R., die Mutter des im März 2009 verstorbenen Kindes Lara Mia R., und ihren Lebensgefährten Daniel C. hat heute die Hauptverhandlung vor der     Großen Strafkammer 17 (Jugendkammer) des Landgerichts Hamburg begonnen.

Im Anschluss an die Hauptverhandlung hat das Gericht beschlossen, die Öffentlichkeit von der weiteren Verhandlung auszuschließen und hat damit einem entsprechenden Antrag der Angeklagten R. entsprochen. Allerdings sollen die Urteilsverkündung und die Urteilsbegründung öffentlich erfolgen.

 

Im Jugendgerichtsgesetz ist geregelt, dass im Strafverfahren gegen einen Heranwachsenden die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden kann, wenn das im Interesse des Heranwachsenden geboten ist. Dahinter steht der Gedanke, den jungen, in seiner Entwicklung noch nicht gefestigten Angeklagten vor drohender Bloßstellung mit den sich hieraus für seine Entwicklung ergebenden Gefahren zu schützen.

 

Bei der Entscheidungsfindung hat die Kammer die Belange der Angeklagten gegen die verfassungsrechtlich geschützten Rechte auf Informations- und Pressefreiheit abgewogen.   Letztere mussten jedoch im Ergebnis zurückweichen, weil für die Aufklärung der Tatvorwürfe eine intensive Befassung mit den sozialen, familiären und partnerschaftlichen Verhältnissen der Angeklagten erforderlich sein wird. Die im Falle der öffentlichen Verhandlung zu erwartende Kommentierung des Prozessstoffs in den Medien könnte die weitere Entwicklung der Angeklagten erheblich beeinträchtigen. Dem Informationsinteresse der Allgemeinheit wird dadurch ausreichend Rechnung getragen, dass Urteilsverkündung und –begründung öffentlich erfolgen.

10. Juni 2010