100 Jahre Oberlandesgerichtsgebäude - Festakt im Hanseatischen Oberlandesgericht

100 Jahre Oberlandesgerichtsgebäude - Festakt im Hanseatischen Oberlandesgericht

Am 28. März 1912 wurde das Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgerichts eingeweiht. Dieses 100-jährige Jubiläum wurde heute mit einem Festakt gewürdigt.  

In Ihrer Begrüßungsrede erklärte Oberlandesgerichtspräsidentin Erika Andreß:

„Es ist unser Gebäude, das heute einhundert Jahre alt wird. Aber ein Gebäude, so prächtig es sein mag, ist nur Architektur. Mit Leben erfüllt wird es erst durch seine Bestimmung und dadurch, wie mit dieser Bestimmung umgegangen wird.  Dieses Haus war immer der Rechtsprechung gewidmet. Aber es war nicht immer Recht, was hier gesprochen wurde. Das wollen wir auch an einem Festtag nicht vergessen. Heute liegt der besondere Reiz des Hauses Sievekingplatz 2 darin, dass in diesem Gebäude, einem steinernen Zeugnis der Repräsentationskultur der Kaiserzeit, eine Rechtsprechung gepflegt wird, die sich den Anforderungen des modernen Lebens stellt und die in den Grundsätzen von Freiheit und Rechtstaatlichkeit verwurzelt ist. Wir werden das bewahren.“

Nach einem Grußwort von Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des Deutschen Anwaltvereins, hielt Justizsenatorin Jana Schiedek die Festrede und gratulierte zum Jubiläum.

Justizsenatorin Jana Schiedek: „Das Oberlandesgericht leistet mit seiner hervorragenden Arbeit einen wichtigen Beitrag für den angesehenen Rechtsstandort Hamburg. Mit vielen wichtigen Grundsatzentscheidungen prägt das Gericht gesetzliche Wertungen und trägt zur Rechtssicherheit sowie dem großen Vertrauen bei, das die Bürgerinnen und Bürger der Hamburger Justiz entgegenbringen.“

Das im Stile des Neo-Klassizismus nach den Plänen der Architekten Lundt & Kallmorgen errichtete Oberlandesgerichtsgebäude wurde 1912 nach knapp 5-jähriger Bauzeit eingeweiht. Aufgabe der Architekten war damals, den beiden bereits fertiggestellten und deutlich größeren Justizgebäuden (Zivil- und Strafjustizgebäude) ein drittes Gebäude gegenüberzustellen, das sich angesichts der Bedeutung des hierin anzusiedelnden Gerichts als Hauptgebäude behaupten sollte. Das ist ihnen gelungen: Die mächtige 52 Meter hohe Kuppel, die schlanken Kalksandsteinsäulen und die mit zwei Türmen betonten Ecken lassen das Gebäude imposant und gleichzeitig größer erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Zu den Besonderheiten der Innenausstattung gehören neben der weitläufigen Eingangshalle der prunkvolle, zu großen Teilen mit Marmor versehene Plenarsaal, die in Eiche gehaltene Bibliothek und vier auf Repräsentation angelegte Sitzungssäle.