Der Anwaltsgerichtshof in der Freien und Hansestadt Hamburg

Der Anwaltsgerichtshof in der Freien und Hansestadt Hamburg

Zuständigkeit

Der Anwaltsgerichtshof (AGH) entscheidet in erster In­­stanz über alle Streitigkeiten, die den Erwerb oder den Widerruf der Zulassung und sonstige berufsrechtliche Rechte und Pflichten der Hamburger Rechtsanwältinnen und Rechts­anwälte betref­fen. Fer­­ner ist der AGH das zuständige Berufungs- und Be­schwerdegericht für die Ahndung schuld­hafter Berufs­pflicht­ver­letzun­gen. Der Anwaltsgerichtshof ist ein staatliches Gericht mit einem aus­schließ­­lichen Rechtsweg im Sinne von Art. 19 Abs. 4 GG und eigener Gerichts­ver­fas­sung.

Verfahren

Die öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten werden als verwaltungs­rechtliche Anwalts­sachen be­zeichnet und gemäß § 112c der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) in entsprechender Anwendung der Verwaltungsge­richts­ordnung (VwGO) geführt. Für die an­waltsgerichtlichen Verfah­ren sind in er­ster und zweiter Instanz neben der BRAO ergän­zend das Gerichts­­ver­fas­sungs­gesetz (GVG) und die Strafprozessordnung (StPO) sinn­gemäß anzu­wen­den. Die Ge­richts­kosten sind in der An­la­ge zu § 193 Satz 1 und § 195 Satz 1 BRAO geregelt..

Zehn der insgesamt 18 Richterinnen und Richter am AGH sind ehrenamtlich tä­tige, in Ham­burg zugelassene Rechtsanwältin­nen oder Rechtsanwälte,. Die übrigen Mitglieder des AGH sind Berufs­rich­­­­te­rinnen oder Berufsrichter,  die am Hanseatischen Ober­­­landesge­richt tätig sind. Alle Richter werden von der Justizbehörde für eine Amts­zeit von fünf Jahren be­stellt. Die Justizbehörde ernennt auch die Vorsitzenden der beiden Se­nate sowie einen von diesen zum Präsiden­ten des An­walts­ge­richts­­­hofs.

Der Geschäfts­ver­tei­lungsplan kann, eben­so wie die von den je­weiligen Senatsmitgliedern verein­bar­ten Mitwirkungsgrundsätze, auf der Ge­schäfts­­stelle ein­­­ge­sehen werden.

Erreichbarkeit

Die Ge­schäftsstelle des AGH befin­det sich in der Präsidialgeschäftsstelle des Hanseatischen Ober­landes­gerichts und ist während der übli­chen Dienstzeiten  telefo­nisch unter +49-40-42843-2017/07 zu errei­chen, per Telefax auch unter +49-40-42843-4097. Fristwahrende Schrift­sätze kön­nen auch über die Gemein­sa­me Annahmestelle in Zimmer 015 des Zivil­justiz­ge­bäu­des, Sievekingplatz 1, sowie über den Nachtbriefkasten links neben dessen Haupt­eingang oder per Telefax unter +49-40-42843 -4318 / 4319 ein­ge­reicht werden.

Im Rahmen des Elektronischen Rechtsverkehrs (ERV) können verfahrensbezogene Schriftstücke an den Anwaltsgerichtshof auch elektronisch übermittelt werden.

Entscheidungen

Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung werden, ggfs. mit einem Hinweis auf anhän­gi­ge Rechtsmittel, in anonymisierter Form in der berufsrechtlichen Daten­bank der Bun­des­rechts­an­waltskammer (www.brak-mitteilungen.de), bei juris (www.juris.de) sowie in den ein­schlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht.